Eine Nachtwächterführung durch Engers: laterne

Spannend und unterhaltsam ist der Spaziergang durch Engers und seine Geschichte mit dem Nachtwächter. An jedem ersten Dienstag im Monat kann man sich hierzu anmelden. Gerd Bonenberger wußte auf der ersten Führung, an der auch der Beigeordnete der Stadt Neuwied, Jürgen Moritz, teilnahm, eine ganze Menge interessanter Details aus der Chronik des ältesten Stadtteils von Neuwied zu berichten.


(04.04.2001) Angeführt von einem Nachtwächter in stilechtem Gewand, in der einen Hand eine Hellebarde und in der anderen eine Laterne, bewegte sich die Gruppe durch die nächtlichen Straßen. Auch alle Teilnehmer dieser ersten Führung durch Engers und seine Geschichte waren mit einer Holzlaterne ausgestattet und lauschten dem fachkundigen Vortrag über die historische Vergangenheit des ältesten Stadtteils von Neuwied.

Dem Engerser Bürgerverein ist es zu danken, daß künftig an jedem ersten Freitag im Monat diese Führungen stattfinden werden. Zu Beginn erfolgt eine Einführung in die Geschichte von Engers im Alten Rathaus, wo bei Kerzenlicht eine Einstimmung der Teilnehmer auf die reichhaltige Historie erfolgt. Sodann wird jeder Teilnehmer mit einer Laterne ausgerüstet und es geht zum ersten Turm der alten Stadtmauer, dem ”Grauen Turm”. Um die zum Rhein hin vorspringende Plattform einfacher betreten zu können, soll künftig noch ein Törchen in den Zaun des Schloßgartens eingebaut werden, ein Antrag auf Kostenübernahme hierfür liegt dem Kulturausschuß der Stadt zur Entscheidung vor.

Hier erfahren die Laternenträger die Geschichte der Stadtgründung durch Wilhelm I. von Wied im Jahre 1357, aber auch von seinem Überfall auf die Kaufleute, die den Rheinzoll nicht bezahlen wollten. Wilhelm raubte ihnen die Waren, es kam deshalb zu einer Fehde mit Kurtrier und er mußte Engers dann an Trier abtreten.

Nächste Station der Wanderer ist, vorbei am Spee-Haus, mit Informationen über seinen ehemaligen Besitzer, Melchior von Hatzfeld, den Kaiserlichen General des Dreißigjährigen Krieges, das Engerser Schloß. Seine große Vergangenheit, angefangen von Burg Kunostein bis zur Jetztzeit, nimmt einen breiten Raum im Vortrag des Nachtwächters ein. Dann geht es weiter, am ehemaligen römischen Burgus vorbei, zur Rheinkapelle. Der Verwaltungsrat der katholischen Kirche hatte seine Zustimmung dazu gegeben, daß die beiden Kapellen von Engers, die im übrigen Jahr verschlossen sind, auch betreten werden können. Von dort führt der Weg zum “Duckesje”, ehemaliger Turm in der Stadtmauer, zeitweise als Gefängnis genutzt, dient es jetzt den Pfadfindern als Versammlungsstätte. Hier erfahren die Besucher die Geschichte des Hauptmannes der Neuwieder Räuberbande, Mathias Fetzer, der aus diesem Turm einen Kumpanen befreite. So hat der Nachtwächter zu jedem der angegangenen Gebäude eine Episode, die die Führungen zu einem kurzweiligen Erlebnis werden lassen.

Über den Friedhof geht es dann zum letzten noch erhaltenen Wehrturm der alten Stadtmauer, dem Totenhäuschen, das in vergangener Zeit auch schon mal als Wohnung für bedürftige Bürger genutzt wurde, und dann zur Pestkapelle, die im Jahre 1662 von den Überlebenden der großen Seuche errichtet wurde.

Den Abschluß findet die Führung in einem der Torhäuschen des Schlosses, bei einem Schluck ”Schloß-Geist”. Mit dieser Art Stadtführung hat der Bürgerverein Engers einen touristischen Pluspunkt für Engers verbucht. Gerd Bonenberger und Karlo Möhrle, die sich im Wechsel zur Leitung der Führungen bereit erklärt haben, sind von ihrer Aufgabe begeistert, denn ihnen geht es wie dem Bürgerverein darum, das Interesse für die Geschichte zu wecken und wachzuhalten. Das jetzt schon bei der Bevölkerung vorliegende hohe Interesse an den Nachtwächterführungen lohnt die mühevollen und aufwendigen Vorbereitungen, angefangen von der Erarbeitung des Führungstextes, der Beschaffung der Ausrüstung, der Prospekterstellung, der Klärung haftungsrechtlicher Fragen, Nutzungserlaubnissen bis hin zur Vermarktung durch das Tourismus-Büro der Stadtverwaltung.

Da die Teilnehmerzahl für die Führungen nach oben begrenzt ist, müssen sich die Teilnehmer beim Tourismusbüro der Stadtverwaltung oder unter www.engers-info.de anmelden.

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